Tag der Erde: Was der 22. April für mich bedeutet

Der Tag der Erde jedes Jahr am 22. April ist auch mein Geburtstag. Warum der diesjährige Earth Day meinen Kleiderschrank betrifft, und was das Element Erde für mich bedeutet

Warum Tag der Erde?

Den Tag der Erde, oder auch Earth Day, gab es zum ersten Mal am 22. April 1970 in den USA mit 20 Millionen Teilnehmern. Zum International Mother Earth Day wurde er dann 2009 von den Vereinten Nationen ausgerufen.

Seitdem gibt es am 22. April jedes Jahr in über 150 Ländern Veranstaltungen und Aktionen zum Thema Umweltschutz. In Deutschland ist das Motto in diesem Jahr: Deine Kleider machen Leute. Das heißt, wir bestimmen mit unserer Kleidung, was unter welchen Bedingungen produziert wird. Ein Thema, das mir seit langem immer wieder Stress bereitet.

Happy Earth Day steht auf einer Weltkugel geschrieben.
Ist die Erde„happy“ mit uns?

Brauche ich das wirklich?

Ich gebe es zu, dass ich die meiste Zeit meines Lebens schon froh war, überhaupt etwas zum Anziehen zu finden, das mir passt, gefällt und dann auch noch bezahlbar war. Mittlerweile ist meine wichtigste Frage, wenn es ums „Klamotten-Shoppen“ geht: Brauche ich das wirklich und macht mich der Kauf glücklich? Manchmal hilft ja nur mal anschauen, und dann wieder aus dem Laden gehen und tief durchatmen. Aber was ist mit meinem Umweltbewusstsein, wenn meine alten Pullis Knötchen werfen, oder ich mal Lust auf neue Schuhe habe?

Tag der Erde Nachhaltigkeit
Wie viel brauche ich wirklich?

Kaufe bewusst, kleide Dich nachhaltig, trage es länger, entsorge es umweltschonend. So schön knapp steht es auf der Seite des deutschen Komitees des Earth Day International. Zum Glück war Shoppen (gruseliges Wort) noch nie meine Leidenschaft. Wenn ich zusätzlich zur gewünschten Größe (extralang), Material (kein Polyester), Form und Farbe (locker und schön) noch auf umweltschonende Produktion und faire Arbeitsbedingungen achten muss, habe ich Schweißperlen auf der Stirn. Ich bin auch nicht gerne immer „Spaßbremse“, wenn meine Töchter unbedingt die Jeans haben wollen, die laut Etikett in einem Niedriglohnland wie Indien, Pakistan oder Vietnam hergestellt wurde.

Leider zählt die Modeindustrie zu den fünf Umwelt-schädlichsten Industrien. Nachhaltige Mode bedeutet, dass die Rohstoffe (Baumwolle, Leinen, Leder etc.) für unsere Kleidung umweltschonend gewonnen werden (Wasserverbrauch, Chemikalien etc.), und auch die Herstellung der Klamotte für alle unter fairen Bedingungen geschieht. Das als VerbraucherIn im Blick zu behalten, ist gar nicht so einfach.

Wenn ich mit meinem Kleiderkonsum möglichst wenig Schaden anrichten möchte, gibt es die Möglichkeit, dass ich mich für Mode-Labels und Läden entscheide, die sich auf nachhaltige Kleidung spezialisiert haben. Woran du überhaupt nachhaltige Mode erkennen kannst, und was die verschiedenen Fairtrade-Siegel bedeuten, dazu findest du hier einen guten Überblick.

Weniger kaufen ist auf jeden Fall der erste wichtige Schritt. Bei Klamotten geht es dann noch um das Waschen (mit komplett abbaubarem Waschmittel, möglichst nur bei 30 Grad) und das Wiederverwenden (verschenken, verkaufen, Upcycling oder an soziale Einrichtungen spenden wohindamit.org).

O.K., der Altkleider-Container ist nur der letzte Ausweg, wenn alle s andere nicht klappt. Und wenn Altkleider-Container, dann auf jeden Fall den einer sozialen Institution wie dem Roten Kreuz, der Caritas etc.

Jetzt habe ich die Tüten mit den alten Klamotten der Familie erst einmal im Keller gestapelt, weil ich einfach nicht zum Verschenken komme. Auch nicht Sinn der Sache. Die guten Absichten sind da, aber ich bin leider noch kein Nachhaltigkeit-Profi.

Abstimmung mit dem Einkaufszettel

Wer sagt, dass wir die Welt nicht auch mit Kleinigkeiten zu einem besseren Ort machen können? Unser wichtigster Stimmzettel für eine bessere Welt ist unser Einkaufszettel (und natürlich unsere Reisetickets …). Wenn wir uns alle öfter fragen, „Brauche ich das wirklich?“, würde das einen gewaltigen Unterschied für unseren Planeten machen. Lass uns nicht nur am „Tag der Erde“ checken, was wir im Alltag mit wenig Aufwand verändern können.

3 einfache Shopping-Fragen

  • Kann ich es vielleicht von Nachbarn oder Freundinnen ausleihen, da es nur selten genutzt wird (z. B. Abendkleid, Fondue-Set, Rollschuhe…)
  • Kann ich es Secondhand kaufen – eventuell sogar von Bekannten, Freunden oder über eine Kleinanzeige?
  • Wenn ich weniger kaufe, kann ich mir dafür eine gute, nachhaltige Qualität leisten? (Nur plastikfreie „Lieblingsteile“?)

Praktische Tipps, wie du dein Kaufverhalten andern kannst, findest du auch in diesem Artikel zum letzten Tag der Erde von Utopia.de

Earth day Einkaufszettel
Überflüssige Produkte gibt es wie Sand am Meer oder wie 100 Sorten Joghurt im Kühlregal.

Erde ist mein Element

Ich bin Stier – und obwohl ich keine Ahnung von Astrologie habe, weiß ich, dass das Sternzeichen Stier zu den Erde-Zeichen gehört. Kleine Hörner habe ich, aber bin ich diszipliniert, konventionell und eher unflexibel, wie es den Stieren oft nachgesagt wird? Da kommt bei mir aber noch ganz viel Feuer dazu …

Auf jeden Fall mag ich festen Boden unter den Füßen. Ich bin bodenständig und liebe Grünzeug: Gemüse, Kräuter und Blumen. Die Erde ist als Symbol Sinnbild für das Leben, für Fruchtbarkeit und Wachstum. Sie verkörpert das mütterliche Prinzip, Verlässlichkeit und Geborgenheit. Die Erde ist körperlich, greifbar. Man kann sie sehen, tasten, schmecken und riechen.

Wenn wir uns auf dieser Erde nicht verwurzelt fühlen, ist es schwieriger mit der inneren Ruhe. Das Element Erde symbolisiert auch das Gefühl von Heimat in uns selbst.

Symbol Element Erde
Symbol für das Element Erde: ein Dreieck mit einem waagerechten Strich

Was ich am Tag der Erde singen werde

Unsere Verbundenheit mit der Erde lässt sich wunderbar beim Chanting fühlen. Ich liebe ja die kraftvollen indianischen Chants mit Trommel. Die Füße haben dabei guten Kontakt zur Erde, stampfen oder tanzen. So verteilt sich die Energie wieder im ganzen Körper und klumpt nicht nur im Kopf zusammen. Chanting-Klassiker wie „Mother I feel you under my feet“ oder „Earth am I“, bringen gute Erdung und das Gefühl von frischer Lebendigkeit.

Earth am I, aufgenommen von Jürgen Lohr (voc. & prod.) und mir.

Ich bin eins mit dem Geist der Erde.
Die Füße der Erde sind auch meine Füße.
Die Beine der Erde sind auch meine Beine.
Die Kräfte der Erde durchfließen mich.
Die Gedanken der Erde sind auch meine Gedanken.
Die Stimme der Erde ist auch meine Stimme.
Alle Dinge der Erde sind auch meine Dinge.
Mich umgeben die Dinge der Erde.
Ich singe ihr Lied
.
(Gebet der Hopi-Indianer)

Jeder Tag kann Tag der Erde sein. Nimm einen tiefen Atemzug und fang an zu singen. Möchtest du die Kraft des gemeinsamen Chantens erleben? Hier findest du meine Chanting-Wochenenden. Wenn du dich in meinen Newsletter einträgst, informiere ich dich über neue Veranstaltungen.

Ein schöner Earth Day Chant zum Schluss.
Der Tag der Erde am 22. April stärkt die Verbindung zur Natur und zu unserer Verantwortung.
Meine Familie besingt mich heute mit „Happy birthday“.

1 Kommentar zu „Tag der Erde: Was der 22. April für mich bedeutet“

  1. Na dann Happy B. liebe Elena, liebe Erde !
    Gerade jetzt ist die Erde mit ihrer Energie besonders deutlich zu erkennen. Es grünt, es blüht, es tönt. Auch im Erdreich regt sich wieder mehr Leben wie ich gerade mit Spaten und Grabegabel über einige Tage verfolgen und konnte. Die frisch umgeworfene Erde sehe ich mir gerne an. Sie lebt und kann duften wenn sie bewegt wird. Sich mit ihr zu beschäftigen kann viel Kraft kosten, ist aber auch sehr entspannend und hilft den täglichen Überforderungen besser klar zu kommen. Ja sie beruhigt mich, gerade jetzt noch mehr in diesen eher aufgewühlten Zeiten.
    In diesem Sinne bleib also auch Du bodenständig. Und falls Dir mal nach Abwechslung ist…ich biete 19 Komposthaufen die gern immer Mal umgesetzt werden können. Die Kreislaufwirtschaft funktioniert bestens- Alles lebt, alles atmet. Viele Grüße sendet Stefan !

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